Zigarrenmundstücke gehörten anfangs nicht zur Standardausrüstung von mir oder den meisten meiner rauchenden Freunde. Doch aus irgendeinem Grund wollte ich schon lange lernen, wie man den Zug perfekt beherrscht. Ein gutes Mundstück ist aus meiner Routine nicht mehr wegzudenken, seit ich erkannt habe, wie sehr es das Gesamterlebnis verbessert – es schützt das Deckblatt und sorgt für einen sanfteren Zug.Die goldene Regel: Erst schneiden, dann einsetzen
Das Mundstück aufzusetzen, bevor man die Kappe schneidet, ist einer der häufigsten Fehler, die ich beobachte – und wir alle haben das schon erlebt. Kehrt man diese Reihenfolge um, ist ein beschädigtes Deckblatt fast vorprogrammiert, und das will niemand.
Das Geheimnis liegt darin, die Zigarre immer vorzubereiten. Für meine Lounge zu Hause schwöre ich auf einen klassischen Tischschneider; nichts geht über diesen präzisen, sauberen Schnitt, und ich ziehe ihn dem Hantieren mit kleinen, tragbaren Modellen bei Weitem vor. Sobald der Schnitt sauber ist und der Zugweg frei, kannst du das Mundstück einsetzen. (Profi-Tipp: Wenn dein Halter einen integrierten Dorn zum Anstechen besitzt, kannst du dir den Schneider sogar sparen!)
Gleiten und Drehen (Niemals mit Gewalt!)
Drehe die Zigarre vorsichtig im Uhrzeigersinn und übe dabei einen leichten Druck nach vorne aus, sobald das Zigarrenende am Mundstück anliegt. Wende niemals Gewalt an! Aufgerissene Deckblätter entstehen meist durch zu viel Kraftaufwand.
Du musst sie nur so weit hineingleiten lassen, bis du einen festen, aber leichten Widerstand spürst. Zudem ist es völlig unnötig, sie bis ganz nach unten zu schieben. Mach ein paar „Kaltzüge" (ohne die Zigarre anzuzünden), um den Zug zu prüfen. Strömt die Luft mühelos und sanft? Dann ist alles perfekt.
Die ideale Passform: Ringmaß
Was das Ringmaß betrifft, so gibt es kein „ungefähr passend". Mundstück Pfeifen und zigarren Zigarre müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Wenn du versuchst, eine Zigarre mit Ringmaß 60 in einen Halter für Ringmaß 50 zu zwängen, endet das nur in Frust und einem beschädigten Deckblatt. Prüfe vor dem Kauf unbedingt den Innendurchmesser des Halters im Vergleich zu deinen bevorzugten Zigarren. Das erspart dir später jede Menge Ärger!
Einfache tägliche Pflege (Die Wärme nutzen)
Hier zählt Schnelligkeit. Die Reinigung ist deutlich einfacher, wenn sie kurz nach dem Rauchen erfolgt – bevor der Teer abkühlen und fest werden kann. Um die empfindlichen O-Ring-Dichtungen zu schonen, sollten Sie bei einem mehrteiligen Mundstück darauf achten, die Teile vorsichtig auseinanderzudrehen, anstatt kräftig daran zu ziehen. Wischen Sie die Außenseite einfach kurz mit einem weichen Tuch ab und führen Sie anschließend einen frischen Pfeifenreiniger durch den Rauchkanal, um eventuelle Feuchtigkeit aufzunehmen. Das dauert nicht länger als eine Minute!
Meine bevorzugte Methode für die gründliche ReinigungEine gründliche Reinigung ist fällig, sobald der Zugwiderstand etwas schwergängiger wird. Mit dem richtigen kleinen Werkzeugset ist das ganz einfach und sogar ziemlich entspannend. Folgendes habe ich immer griffbereit:
Pfeifenreiniger aus Baumwolle zur Aufnahme von FeuchtigkeitHartnäckige Teerablagerungen lassen sich mit hochprozentigem Alkohol lösen (ein Schuss Weinbrand eignet sich hervorragend!).
Etwas weißen Essig oder Natron in warmes Wasser geben.
Kleine Nylonbürsten für die Filteröffnungen
Für den letzten Schliff: Wattestäbchen und ein weiches Tuch.
So gehen Sie vor:
Zerlegen Sie zunächst alle Teile und weichen Sie sie zehn Minuten lang in warmem Wasser (ca. 50 °C) ein. Da weißer Essig ein natürliches und holzverträgliches Mittel ist, gebe ich gerne einen kleinen Schuss davon hinzu. Führen Sie anschließend eine in Alkohol getauchte kleine Nylonbürste durch den Rauchkanal, um eventuelle Verstopfungen zu lösen.
Spülen Sie alle Teile gründlich mit warmem Wasser ab und entfernen Sie verbleibende Feuchtigkeit mit einem trockenen Pfeifenreiniger. Lassen Sie schließlich alle Teile vollständig an der Luft trocknen, bevor Sie sie wieder zusammensetzen. Diesen Punkt kann ich gar nicht genug betonen: Wird dieser Schritt ausgelassen, kann sich das Holz verziehen und die Dichtungen können beschädigt werden. Lassen Sie alles gut trocknen und setzen Sie es wieder zusammen – so genießen Sie den angenehmsten Rauchgenuss der Woche!